Wer liebt sie nicht, die italienische Küche? Mit Gemüse und Kräutern meistens leicht und mit Olivenöl meistens gesund, erfährt sie durch traumhafte Rotweine – und das eine oder andere Dessert – eine sündhafte Note. Macht ja nix, kann man sich ja mal gönnen. Wer größere Portionen Tiramisu mag (ja, darum geht es jetzt) und wie ich sehr sportlich (und daher mit erhöhtem Eiweißbedarf) unterwegs ist, für den könnte die folgende, von mir selbst erfundene Rezeptvariation* eine interessante Alternative sein:
Skyramisu

Tschüß, Fettbombe Mascarpone! Die Stars des Rezepts sind Skyr und Ricotta. Skyr ist eine traditionelle isländische Milchspezialität, vergleichbar mit Quark, nur lockerer und schmackhafter, wie ich finde. Als Hauptkomponente wurde der Skyr auch zum Namensgeber für das Dessert nach Tiramisu-Art. Ricotta wiederum ist ein italienischer Frischkäse, der cremiger ist, aber weniger Fett hat als die deutsche oder amerikanische Variante und leicht süßlich schmeckt. Wunderbar, um den etwas säuerlichen Geschmack des Skyr aus den deutschen Kühlregalen abzurunden.

Nun aber genug der Vorrede – hier das Rezept für das Skyramisu (ca. 6 Portionen):
- 200 ml starker kalter Espresso
- 4 cl Weinbrand
- 3 (sehr frische) Eier
- 3 EL Zucker
- 1 Pck. Vanillezucker
- 2 TL abgeriebene unbehandelte Zitronenschale
- 250 gr Skyr (z. B. von Arla)
- 2 EL Ricotta (z. B. von Galbani)
- 250 g Löffelbiskuits (etwa 16 Stück)
- 3 EL Kakaopulver (bzw. nach Bedarf)
- Espresso mit Weinbrand mischen, kalt stellen. Die Eier trennen. Die Eigelbe mit Zucker und Vanillezucker zu einer dickschaumigen Creme schlagen. Die Zitronenschale untermischen.
- Den Skyr esslöffelweise unter die Eiercreme rühren, bis diese ganz glatt ist. Anschließend genauso mit dem Ricotta verfahren. Die Eiweiße steif schlagen und unterziehen.
- Die Hälfte der Löffelbiskuits in eine flache Form legen und mit der Hälfte der Espressomischung beträufeln. Die Hälfte der Skyr-Ricotta-Creme darauf streichen.
- Die übrigen Löffelbiskuits darauf legen, wieder mit dem Espresso beträufeln und mit der restlichen Creme bestreichen. Die Oberfläche dick mit dem Kakaopulver bestäuben. Das Skyramisu mindestens 2 Std. kalt stellen.
Einen Guten! 🙂

*Hinweise und Tipps:
Das Grundrezept für Tiramisu stammt aus dem Buch Kochen! Das Gelbe von GU. 1295 Rezepte, die man wirklich braucht. Von mir selbst stammt die Abwandlung: Skyr und Ricotta anstatt Mascarpone. Statt Weinbrand kann man auch Cognac oder Apfelsaft verwenden. Die Menge an Löffelbiskuits hängt etwas von der Servierform und den Löffelbiskuits selbst ab. Ich habe 18 Stück (200 g) verwendet und aufgrund der ovalen Form meiner Schale pro Schicht zwei Löffelbiskuits halbiert und gepuzzelt, um auf die volle Breite zu kommen. Wenn man wie ich nur einen Rührbesen hat und keine Lust hat, zwischendrin zu spülen, empfehle ich, zunächst die Eiweiße steif zu schlagen und anschließend die Eigelbe mit dem Zucker zu rühren. Denn: Eiweiß schlagen mit Fett am Rührbesen wird schwierig! Ansonsten unbedingt Vanillezucker verwenden, nicht Vanillinzucker – erstgenanntes ist mit echter Vanille (schwarze Pünktchen), letzteres nur mit künstlichem Vanillearoma). Ich habe das Skyramisu zum ersten Mal nach 2 Std. kalt stellen probiert und das zweite Mal nach 14 Std und fand es nach der längeren Kühlzeit besser, zumal der Löffelbiskuit gleichmäßiger mit Espresso vollgesogen war und alles irgendwie aromatischer schmeckte. Interessant wäre bestimmt auch eine Variante mit gemischten Beeren – oben drauf als Soße oder drinnen als eigene Schicht. Das gilt es, als nächstes auszuprobieren!

Mein lieber Dessert ❤
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